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Die Land- und Forstwirtschaft des Kloster Andechs
Die Aufgabenstellung für das Klostergut hat sich seit der Wiedergründung im Jahre 1850 grundlegend geändert. Diente es damals ausschließlich der Sicherung der Lebensgrundlage für die beiden Klöster Andechs und St. Bonifaz mit deren Mitarbeitern, so werden heute Nahrungsmittel für viele Menschen produziert. Um dem Auftrag gerecht zu werden, gerade in einer klösterlichen Landwirtschaft die Schöpfung zu bewahren und die benediktinische Tradition fortzuführen, haben wir 1995 auf biologischen Landbau nach den Richtlinien des Naturlandverbandes umgestellt. Diese setzen einen vorsichtigen und maßvollen Umgang mit der Natur voraus.

Die Land- und Forstflächen liegen zum Grossteil im Gebiet um den Heiligen Berg. In dieser Region sind jährlich ca. 1000 mm/m² Niederschlag und eine Jahresdurch-schnittstemperatur von 7,2 Grad Celsius zu verzeichnen. Die Bodenbeschaffenheiten reichen von Schwemmland an der alten Ammer über Kiesböden bis hin zu anmoorigen Böden. Die Bonitäten der Böden reichen von 35 – 45 Punkten.

Die klösterliche Landwirtschaft umfasst 150 ha Nutzfläche, die sich in 110 ha Ackerfläche, 25 ha Wiesen und Weiden sowie in 15 ha Gewässer- und Hofflächen aufteilt. Die Ackerflächen dienen zur Erzeugung von Dinkel, Roggen, Weizen, Hafer, sowie Futterbohnen und -erbsen.

Das gesamte Brotgetreide wird von der Hofpfisterei in München abgenommen. Sie stellt daraus unter anderem das “Andechser Brot”, “Andechser Semmeln” und andere Backwaren her.
 

 
Seit 1990 wurde die Viehhaltung schrittweise aufgegeben und die Stallungen an das ortsansässige Landwirtsehepaar Metz verpachtet. Da die Familie Metz ebenfalls einen biologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieb leitet, haben sich viele kooperative, wirtschaftliche Verflechtungen ergeben. Um eine artgerechte Tierhaltung zu betreiben, werden die Kühe in Tiefstreu gehalten. Das benötigte Stroh kommt von den Klösterlichen Ackerflächen. Im Gegenzug wird zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zur Sicherung der Ernteerträge der gesamte Mistanfall auf den Ackerflächen des Klosters zur Düngung verwendet. Ferner nutzt die Familie Metz die Kleegrasflächen und die umliegenden Wiesen und Weiden des Klosters als Futtergrundlage für ihr Vieh.


     
Weiter entferntes Grünland - wie in Wessobrunn oder Pähl - ist verpachtet.
Darüber hinaus betreibt die Landwirtschaft eine eigene Imkerei und betreut die Streuobstanlagen rund ums Kloster. Der produzierte Honig wird zum Teil im Klosterladen verkauft.
Die Früchte aus den Obstanlagen dienen zur Herstellung unserer hochwertigen Spirituosen.

Der “Florian-Stadl”, ehemals Schweinestall und Heulager der Klösterlichen Landwirtschaft, wird heute für die nun jährlich im Sommer stattfindenden “Orff-Festspiele”, für Konzerte und vielfältige Veranstaltungen genutzt.

Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Bewirtschaftung und Verwaltung der 160 ha Wald. Vor allem die alten Nadelholzbestände, d.h. ca. die Hälfte der Waldfläche, wurden in den Jahren 1990 und 1992 von den Stürmen stark beschädigt. Auf den entstandenen Kahlflächen werden - wie auch auf den übrigen Flächen - Mischwaldbestände herangezogen. Die anfallenden Forstarbeiten werden an Fremdfirmen vergeben. Auch die Forstflächen des Klosters unterliegen der zertifizierten nachhaltigen Waldbewirtschaftung nach dem deutschen PEFC (Pan European Forest Certification) System.


Falls Sie Fragen haben, steht Ihnen Herr Bernhard gerne zur Verfügung.

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